Erinnern heißt handeln – Nie wieder ist jetzt.

Christin

Das Bündnis für Demokratie und Vielfalt rief zum 9. November dazu auf, Stolpersteine in unseren Stadtteilen zu putzen.

Sowohl in Bramfeld als auch in Berne folgten zahlreiche Menschen dem Aufruf, um die Gedenksteine zu reinigen und den Opfern nationalsozialistischer Verfolgung sichtbar Respekt zu erweisen.

Mit dabei waren unter anderem Thomas Meyer, Mitglied der Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft und weitere Genoss*innen.

Gemeinsam sorgten sie dafür, dass die Namen derer, die in der NS-Zeit entrechtet, verfolgt, deportiert und ermordet wurden, wieder deutlich lesbar sind. Jeder glänzende Stolperstein erinnert an ein zerstörtes Leben – und daran, dass Erinnerung kein Ritual, sondern Widerstand ist.

Der 9. November steht wie kaum ein anderes Datum für die Brüche der deutschen Geschichte: Er markiert den Tag der Reichspogromnacht 1938, den Beginn der offenen Gewalt gegen jüdische Mitbürger*innen und den Übergang zur systematischen Vernichtung jüdischen Lebens.

Er ist ein Tag des Gedenkens – und eine Mahnung, wohin Hass, Ausgrenzung und Gleichgültigkeit führen.

Das Bündnis und DIE LINKE setzen mit dem Reinigen der Stolpersteine ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen. Denn Erinnerung ist nicht nur Vergangenheitsbewältigung, sondern ein Auftrag für die Gegenwart – gerade heute, in Zeiten zunehmender Geschichtsverfälschung und rechter Hetze.

Wenn führende Politiker von „großflächigen Rückführungen“ sprechen, als wären Menschen bloße Zahlen, wenn die AfD offen gegen Minderheiten hetzt und Antisemitismus wieder salonfähig wird, dann zeigt sich, wie brüchig die demokratische Kultur geworden ist.

Worte wie „Vogelschiss in tausend Jahren Geschichte“ oder „Denkmal der Schande“ sind keine Ausrutscher, sondern bewusste Provokationen gegen das historische Bewusstsein einer offenen Gesellschaft.

Das Putzen der Stolpersteine ist daher auch ein symbolischer Widerspruch zum Rechtsruck: Wir machen sichtbar, was andere vergessen wollen. Wir erinnern an die, deren Leben ausgelöscht wurde – und zeigen, dass ihre Namen nicht ausgelöscht werden können.

 

In Bramfeld und Berne wurden unter anderem Stolpersteine für folgende Personen gereinigt:

Franz Bobzien (1906–1941) – Widerstand, SJVD, KZ Sachsenhausen

Richard Gatermann (1906–vermisst 1944) – Widerstand, SPD, KZ Fuhlsbüttel

Rudolf Seewald (1885–1937) – Widerstand, SPD

Käthe Tennigkeit (geb. Schlichting) (1903–1944) – Widerstand, ermordet in Fuhlsbüttel

Richard Tennigkeit (1900–1944) – Widerstand, ermordet in Neuengamme

Friedrich Hauto (1908–1938) – Widerstand, SPD, Emslandlager

Wilhelm Lübcke (1882–1939) – Widerstand, SPD, Zuchthaus Fuhlsbüttel

Käthe Neugarten (geb. Pünjer) (1893–1942) – gedemütigt, entrechtet, Flucht in den Tod

Jacob Neugarten (1882–1942) – deportiert, ermordet in Auschwitz

Alfred Neugarten (1925–1945) – ermordet in Buchenwald

Wilhelm Czymmek (1906–1945) – ermordet in Neuengamme

Leo Bornstein (1899–1942) – deportiert, ermordet in Raasiku bei Reval

Dr. Karl Lorenzen (1889–1938) – Flucht in den Tod

Paul Aron Goldschmidt (1874–1943) – deportiert nach Theresienstadt, gestorben dort

 

All diesen Menschen gilt unser Gedenken – und unsere Entschlossenheit, die Lehren aus der Geschichte zu verteidigen.

 

DIE LINKE steht klar: Gegen Antisemitismus. Gegen Rassismus. Gegen Faschismus – in all seinen Formen.

Erinnerung ist für uns kein Blick zurück, sondern ein Auftrag für die Gegenwart.

Nie wieder ist jetzt. ✊

 

OV Bramfeld-Steilshoop Farmsen-Berne

Der Ortsverband Bramfeld-Steilshoop Farmsen-Berne trifft sich grundsätzlich jeden 1. Donnerstag im Monat um 18:30 Uhr im Brakula in der Bramfelder Chaussee 265 in Bramfeld, außer an Feiertagen in Hamburg.

Gäste und Interessierte sind stets willkommen!