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OV Alstertal Walddörfer

Meldet euch bitte auch, wenn ihr in diesen schweren Corona-Zeiten Hilfe benötigt oder einfach nur mal klönen wollt. Aktuelle Informationen findet ihr auch auf unserer Facebookseite LINKEOVAWA

 

Der Ortsverband Alstertal und Walddörfer trifft sich jeden 1. und 3. Dienstag im Monat um 19:00 Uhr, aufgrund der aktuellen Lage zurzeit nur virtuell. Den Zugangscode zu unseren virtuellen Treffen sowie weitere Informationen erhaltet ihr auf Anfrage bei unserem Sprecher Rainer Behrens, Kontakt s. hier:

Gäste und Interessierte sind stets willkommen! Für Fragen, Kritik und Anregungen hat unser Sprecher Rainer Behrens stets ein offenes Ohr und ist per E-Mail an rainer.behrens@linksfraktion-wandsbek.de oder über Telefon 040-607 11 65 zu erreichen.

"Wer gegen die Politik ist, ist für die Politik, die mit ihm gemacht wird." - Bert Brecht

 

 

Rainer

Er fehlt uns

Unser Genosse Manfred Goll, geb. 18.11.1940, ist in der Nacht zum 19.01.2022 im Amalie-Sieveking-Krankenhaus verstorben. Manfred gehörte zur DNA der Partei DIE LINKE in Hamburg.

Eigentlich verwurzelt in der Sozialdemokratie, langjähriger Betriebsrat beim Bauer-Verlag, Landesvorsitzender der IG Drupa, fremdelte er mit der Agenda-Politik Gerhard Schröders.

Die WASG als Zusammenschluss systemkritischer Wissenschaftler und Gewerkschaftern, die Interessenvertretung und demokratisch sozialistische Gesellschaftsperspektive  nicht aus den Augen verloren hatten, entsprach exakt seinem Denken. So wurde er auch einer der Architekten des Zusammenschlusses von WASG und PDS zur Partei DIE LINKE in Hamburg.

Seine Profession als Marketingexperte im Medienbereich prägte seine analytische Arbeitsweise. Auch in der Politik. Typisch für diesen großen besonnenen Kerl war aber auch die praktische Umsetzung ohne viele Worte. Druckschriften, Anzeigen und Plakate gestaltete er am PC, fuhr selbst zum Copycenter, klebte Plakate und stellte Schilder mit dem Twingo zur Not allein auf.

Auch wenn Manfred und Hannelore in den letzten Jahren zwangsläufig  sehr zurückgezogen in ihrem gemütlichen Haus in Bergstedt gelebt haben, hat er doch immer gearbeitet und sich mit provokanten und klugen Analysen eingemischt. Dabei trieben ihn soziologische Studien zum Einfluss rechter Ideologien in der Arbeiterschaft und der schwindende Rückhalt sozialdemokratischer und linker Parteien in ganz Europa um.

Zuletzt versuchte er bereits im Mai letzten Jahres wachzurütteln, wobei er analytisch das desaströse Wahlergebnis sehr präzise voraussagte. Noch am 23.11.21 veröffentlichte Manfred einen Aufruf „Linke 21“.

Aus dem Schluss sei zitiert:“ Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Wer im 21. Jahrhundert sozialistische Ideen verwirklichen will, muss sich schon die Mühe machen, sie selbst zu entwickeln. Wer im Sinne dieses Textes denkt und handeln möchte, darf mich gerne kontaktieren. Ich werde mich kurzfristig melden und Vorschläge unterbreiten.“

Das geht nun leider nicht mehr – aber wir werden es weiterführen, Manne.

Peter

DIE LINKE wird gebraucht. Mehr denn je!

Den Kompass neu ausrichten. Aufgaben für DIE LINKE nach der Bundestagswahl

HIER findet ihr den Link zum Text von Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler.

Stefan

Unsere zehnte kommunalpolitische Radtour

Unsere 10. kommunalpolitische Fahrradtour am 20. August hatte als Schwerpunkt den Tegelsbarg, eine Großsiedlung am Rande der Hummelsbüttler Feldmark, teils Hummelsbüttel, teils Poppenbüttel zugehörig.

Unsere 10. kommunalpolitische Fahrradtour am 20. August hatte als Schwerpunkt den Tegelsbarg, eine Großsiedlung am Rande der Hummelsbüttler Feldmark, teils Hummelsbüttel, teils Poppenbüttel zugehörig. Sie befindet sich weiträumig um den Norbert-Schmid-Platz, längs der Ryscheweystraße, dem Tegelsbarg und dem Müssenredder und ist geprägt von infrastrukturellen Defiziten, die letztlich auf die neoliberale Politik der Umverteilung von unten nach oben zurückgehen. Der Ortsverband Alstertal/Walddörfer engagiert sich seit Jahren dafür, auf dieses Problem aufmerksam zu machen.

Es gibt zu wenig Sozialwohnungen, dürftige Kulturangebote für Jugendliche über 14 Jahren und für Erwachsene, ungepflegte Park- und Sportanlagen. All dies erfuhren wir bei regelmäßig stattfindenden Infotischen unseres Ortsverbandes. Alle Mängel wurden wiederholt in Anträgen an die politischen Gremien formuliert, bisher tat sich allerdings wenig.

Mit der Eröffnung eines Stadtteilbüros vor einigen Jahren begann eine Entwicklung zum Positiven.

Im September 2021 wird der Tegelsbarg in das sogenannte „Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE)“ aufgenommen. Bis 2027 soll die Lebensqualität durch eine ganzheitliche Quartiersentwicklung verbessert werden. Bauliche Maßnahmen und massive Investitionen in die soziale Infrastruktur sind vorgesehen.

Hierüber im Rahmen der Radtour zu informieren, lag uns sehr am Herzen.

Wie in den Vorjahren lag die Führung der Tour in den Händen von Rainer Behrens, Bezirksabgeordneter und Stadtplanungsexperte. Begleitet wurde er dieses Mal nicht nur von der Bürgerschaftsabgeordneten Heike Sudmann, sondern auch von ihrem Kollegen aus der Bürgerschaft und Bundestagskandidaten in Nord, Deniz Celik und von Johan Grashoff, dem Direktkandidaten in Wandsbek. Mit zehn Teilnehmern war die Radtour nicht ganz so gut besucht wie in den Vorjahren, aber daran hatten sicher die starken Regenfälle kurz vor dem Start einen Anteil.

Durch das Alstertal fuhren wir zur ersten Station, der Seniorenunterkunft „Heilig-Geist-Hospital“ an der Alten Landstraße und dem Poppenbüttler Weg. Hier ging es um den Missstand, dass im Gegensatz zu vielen anderen Straßenabschnitten in Hamburg, wo an Seniorenunterkünften Tempo-30-Zonen eingeführt wurden, eine solche nicht existiert. Eine der Begründungen lautet, dass der Eingang der Unterkunft nicht an den beiden oben genannten Straßen läge. Verkehrstechnisch wäre eine Tempo-30-Zone entlang der Alten Landstraße gar kein Problem, für Bewohner und Besucher dagegen brächte sie mehr Sicherheit. Eine ähnliche Situation lässt sich auch für die Kindergärten feststellen, die am Poppenbüttler Weg liegen, der mit Tempo 60 befahren werden darf.

Am Tegelsbarg, der zweiten Station, informierten Heike und Rainer über RISE und die Notwendigkeit, so ein Projekt hier zu starten. Insgesamt 7.200 Menschen leben am Tegelsbarg, und im Vergleich zum Hamburger Durchschnitt überproportional viele junge und ältere Menschen sowie Menschen mit Migrationshintergrund. RISE umfasst die Handlungsfelder Sport/Freizeit, Wohnen, öffentlicher Raum, Inklusion, Seniorenarbeit/Soziales, Integration von Migranten und Klima/Kultur.

Durch einen Vergleich des Stadtteils Tegelsbarg mit dem Stadtteil Volksdorf wird deutlich, was durch RISE erreicht werden soll. Volksdorf hat das, was sich viele Menschen am Tegelsbarg oder in Hummelsbüttel auch wünschen: Schwimmbad, U-Bahn, Museum, Bücherei, vielfältige Einkaufsmöglichkeiten vor Ort und ein Bürgerhaus. Am Tegelsbarg gibt es nicht einmal ein Restaurant oder eine Kneipe. Auch Sporteinrichtungen, wie ein Basketballplatz, sind unbenutzbar, weil der Platz gepflastert ist und somit nicht der Norm für so ein Spielfeld entspricht. Lediglich die Einrichtungen für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren, wie der Bauspielplatz oder das Haus der Jugend, heben sich sehr positiv von der allgemein unbefriedigenden Lage ab.

An der Diskussion vor Ort mischten sich auch zwei Anwohnerinnen ein, die von dem Programm noch nichts wussten und von uns motiviert wurden, sich an dem Entwicklungsprozess aktiv zu beteiligen, was bei RISE ausdrücklich erwünscht ist.

Zum Abschluss steuerten wir das „OHLE – CVJM Begegnungshaus Ohlendiekshöhe“ in Poppenbüttel an, das an den gleichnamigen Quartiersneubau grenzt, wo Menschen mit und ohne Fluchtgeschichte leben. Das OHLE versteht sich als neue Freizeiteinrichtung für alle Poppenbütteler, hat aber insbesondere den Menschen, die in der unmittelbaren Umgebung wohnen, einiges zu bieten: ein Café, Gruppenräume, einen Veranstaltungs- sowie einen großen Außenbereich mit einem Amphitheater. Die ansprechende Anlage entstand durch das Engagement vieler Poppenbütteler Bürger und der Initiative „Poppenbüttel hilft“. Wir waren nach dem Besuch davon überzeugt, dass es sich zu einem wichtigen örtlichen Kulturzentrum entwickeln wird. Wenige Stunden vor unserem Eintreffen offiziell eröffnet, war es bereits von Kindern der Umgebung gut frequentiert.

Fazit: Wir brauchen im Alstertal mehr soziale Gerechtigkeit. Nicht nur Angebote für die gut Betuchten, sondern – wie im OHLE geplant – für alle, die im Alstertal zu Hause sind.

Petra

Profit versus Gedenken

Das war das Thema einer Veranstaltung im Forum der Apostelkirche in Hamburg-Eimsbüttel am 29. Oktober 2021.

Diese drastische Überschrift war bewusst gewählt worden um auszudrücken, dass die Stadt Hamburg die Gestaltung von Gedenkorten in lukrativen Innenstadt-Immobilien gern Investoren überlässt mit dem Hinweis, es handele sich um eine Win-win-Situation: Das Geld für die Investition einer Gedenkstätte wird durch die Investoren wieder erwirtschaftet. In den Verträgen verpflichten sich die neuen Eigentümer dafür zu sorgen, dass der Ort als Gedenk- und Dokumentationsort zu würdigen ist. Die Kulturbehörde lässt es geschehen, wenn die Umsetzung nicht vertragsgemäß erfolgt, wenn Paragrafen zu Ungunsten des Gedenkens ausgelegt werden. Selbst wenn Gedenkinitiativen zu Gesprächen eingeladen werden, bleiben sie in den Entscheidungen unberücksichtigt.

Die festgelegte Fläche für einen Ausstellungs- und Lernort wurde kurzerhand gestrichen. So geschehen im ehemaligen Stadthaus, das bis zum Bombardement 1943 Sitz des Hamburger Polizeipräsidiums war. Zusätzlich war dort die Gestapo-Leitstelle für ganz Norddeutschland untergebracht, also die Gestapo-Zentrale.

Außerdem hatte dort auch die Kriminalpolizei ihre Büros. Sie war u.a. zuständig für die Überwachung und Verfolgung der Roma und Sinti, der Homosexuellen, sogenannter „Asozialer“ – zu denen auch lesbische Frauen zählten –, die nicht ins Bild der NS-Volksgemeinschaft passten.

Aus der uniformierten Schutzpolizei wurden „Polizeibataillons“ rekrutiert, die in Polen und der damaligen Sowjetunion an Massenerschießungen beteiligt waren.

Aus der "politischen Polizei“ wurde später die Geheime Staatspolizei, die Gestapo, die am bekanntesten ist für NS-Verbrechen. Sie war zuständig für die Überwachung und Deportation der jüdischen Bevölkerung. Auch die ca. tausend Zwangsarbeiter*innenlager mit 400.000 bis 500.000 Insass*innen wurden von der Gestapo überwacht.

 

Statt der vorgesehenen Fläche von 750 Quadratmetern gibt es nun eine circa 50 Quadratmeter kleine Gedenkecke in einer privaten Buchhandlung mit Café.

Die Stadt hatte den Gebäudekomplex 2009 an die Quantum AG verkauft. Organisationen der Opfer und deren Nachkommen blieben außen vor. Quantum taufte den riesigen Komplex an der Stadthausbrücke, dem Neuen Wall und den Großen Bleichen modisch um in „Stadthöfe“. Dort, wo die Nazis ihre Gräueltaten koordinierten, ist nun ein Luxusquartier entstanden mit Hotel, Restaurants, Edelboutiquen, usw. usf.

Seit nunmehr dreieinhalb Jahren findet jeden Freitag eine Mahnwache an der Ecke Stadthausbrücke/Neuer Wall statt, um die Passanten aufzuklären, was in diesem riesigen Gebäudekomplex während der Nazi-Diktatur geschah.

Sichtbare Erinnerungen in der Innenstadt sollen nicht beim Flanieren und Shoppen stören.

Dutzende Opferverbände und Gedenkinitiativen kämpfen seit Jahrzehnten um die Würdigung der Männer und Frauen des Widerstands, der Zwangsarbeiter*innen, der Opfer der Rassentheorie, der Wehrmachtsjustiz, der Euthanasie und anderer.  

Hamburg hat bis heute kein zentrales NS-Dokumentationszentrum für Naziopfer. Es gilt nach wie vor die Devise „Verdrängen statt Gedenken“.

 

ANMERKUNG: Das „Bündnis 8. Mai 2022“ (Motto: Der 8. Mai muss ein Feiertag werden, um an die Befreiung der Menschen vom NS-Regime zu erinnern.) arbeitet bereits am Thema für nächstes Jahr: Erinnerungspolitik der Stadt Hamburg

Die Vorbereitungsgruppe setzt sich wieder aus circa 20 Initiativen, Organisationen, Gruppen und Netzwerken zusammen. Federführend ist die VVN-BdA. Bei den Video-Konferenzen werden bereits sehr konstruktive und einfallsreiche Vorschläge gemacht.

 

Stefan

Hindenburg am Kuhteich

In der Friedrich-Kirsten-Straße auf der Höhe von Nr. 2a/ 2b steht das während der Nazi-Zeit 1935 entstandene Denkmal für Paul von Hindenburg (Liste der Kulturdenkmäler in Hamburg-Wellingsbüttel unter Nr. 26858).

Paul von Hindenburg war Generalfeldmarschall und Oberkommandierender der kaiserlichen Armee während des Ersten Weltkrieges. In dieser Rolle war er verantwortlich für den Tod von Millionen von Menschen, die für die Weltmachtpläne des preußischen Militarismus geopfert wurden.

1925 und 1932 wurde der überzeugte Monarchist und Antidemokrat zweimal zum Reichspräsidenten gewählt. In dieser Rolle war er maßgeblich an der Zerstörung der Weimarer Republik beteiligt, in dem er seit 1930 zuerst antidemokratische Notstandsregierungen etablierte, die eine brutale Sparpolitik ver-folgte, und 1933 Hitler zum Reichskanzler ernannte. Er ist damit einer der Hauptverantwortlichen dafür, dass die Nazis in Deutschland an die Macht kamen.

Eine ehrende Erinnerung ist also völlig fehl am Platze. In Hamburg gibt es neben dem Denkmal in Wellingsbüttel weitere Gedenkorte für Hindenburg, so die Hindenburgstraße und die Hindenburgbrücke in Hamburg-Nord. Allerdings gibt es dort immer wieder Versuche, die Erinnerung an diesen Diktator aus dem öffentlichen Raum zu verbannen. So wurde 2013 der südliche Teil der Hinden-burgstraße in Otto-Wels-Straße umbenannt.

Nun eignet sich sicher nicht eine Umbenennung des Hindenburgdenkmals in Wellingsbüttel, um der unangemessenen Ehrung dieser Person beizukommen, was allein schon aus Gründen des Denkmalschutzes auch kaum möglich wäre.

Auch würde eine Entfernung des Denkmals die kritische öffentliche Auseinandersetzung mit Hindenburg nicht fördern. Es ist jedoch erforderlich, über eine geeignete Form von Kommentierung nachzudenken. Dies kann in Form eines Gegendenkmals oder einer Hinweistafel geschehen. Vorbild können entweder das bekannte Hamburger „Gegendenkmal“ von Alfred Hrdlicka am 76er Denkmal an der Dammtorstra-ße sein oder eine Hinweistafel, die sowohl über die antidemokratische und kriegerische Vergangenheit Hindenburgs, als auch über seinen Beitrag zur Errichtung der Nazi-Diktatur informiert.

Helga

Bernd Riexinger in Hamburg

„Neue Klassenpolitik“ – Der Parteivorsitzende der LINKEN sprach in Volksdorf

Etwa 70 Gäste waren am Freitag, 18.10., in die Ohlendorff’sche Villa gekommen, um zu hören, worüber Bernd Riexinger in seinem Buch „Neue Klassenpolitik – Solidarität der Vielen statt Herrschaft der Wenigen“ schreibt, und ihn bei dieser Gelegenheit auch einmal live zu erleben.

„Dass ich hier, in einem der wohlhabendsten Viertel Hamburgs über Klassenkampf reden kann, gefällt mir sehr“, meinte er im Hinblick auf den Ort der Veranstaltung. Schließlich war es zu einem großen Teil dem Einsatz der LINKEN, besonders im Alstertal und den Walddörfern, zu verdanken, dass dieses altehrwürdige Gebäude für die Öffentlichkeit erhalten blieb.

Riexinger, der viele Jahre in Baden-Württemberg an der Spitze der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen, dann von Ver.di stand, schilderte Streiks, die er zum Teil selbst mit organisiert hatte, zum Beispiel den Streik um den Flächentarifvertrag im Einzelhandel 2007/2008, bei dem rund 1000 Verkäuferinnen von 50 Einzelhandelsbetrieben eine Menschenkette auf der Stuttgarter Einkaufsmeile bildeten. Es sei eine Erfahrung gewesen, die den Beteiligten sehr viel Kraft gegeben habe, vor allem, weil die Auseinandersetzung im Juni 2008 mit einem erfolgreichen Tarifabschluss geendet habe. Auch die Blockade der Stuttgarter Müllverbrennungsanlage im Winter 2006 sei ein großer Erfolg gewesen.

Was die heutige Klassenpolitik kennzeichne, sei vor allem, dass sich das Gesicht der Arbeiterklasse verändert habe. In der direkten Produktion arbeiteten heute nur noch etwa 17 Prozent aller Beschäftigten, dagegen sei der Dienstleistungssektor auf über 50 Prozent der Lohnabhängigen angewachsen. Die Tarifbindung habe dramatisch abgenommen. Durch Leiharbeit, Werksverträge, befristete Arbeitsverhältnisse gelinge es, die abhängig Beschäftigten zu spalten und auseinander zu dividieren. Auch die oft miserablen Arbeitsbedingungen ausländischer Arbeitskräfte zum Beispiel in der Fleischindustrie prangerte er an.

„Verbindende Klassenpolitik hat die Aufgabe, die gemeinsamen Interessen der Lohnabhängigen herauszuarbeiten, zu formulieren und Bündnisse der Solidarität zu schmieden“, so einer der Kernsätze Riexingers. Und meint damit auch Solidarität mit Geflüchteten, die versuchen, sich hier in Deutschland eine neue Existenz aufzubauen.

Oder – ein anderes Beispiel: Wenn die Erzieherinnen in der Kita streiken, so müssten die Eltern solidarisch sein, denn es sei ja schließlich auch in ihrem Interesse, dass Erzieherinnen mit einer guten Ausbildung auch gut verdienten.

Ein Satz von Bernd Riexinger in diesem Zusammenhang bekam besonders viel Beifall: „Es kann doch nicht sein, dass diejenigen, denen wir unser Geld anvertrauen, so viel mehr verdienen als diejenigen, denen wir unsere Kinder anvertrauen!“

Fazit: Ein gelungener Abend mit zahlreichen interessanten Wortmeldungen, der Mut gemacht hat.


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